Peter Stubbe, der Werwolf

Am 28. Oktober 1589 wird Stubbe der selber von sich behauptet ein Werwolf zu sein, in Bedburg am Niederrhein zu einem langsamen und qualvollen Tod durch den Henker verurteilt. Er hat die ihm angelasteten Taten gestanden. Über 4.000 Zuschauer sind bei der Hinrichtung am 31. Oktober 1589 dabei. Der Scharfrichter foltert Stubbe mit glühenden Zangen und bindet ihn auf ein Rad. Dann werden Stubbes Arme und Beine mit einer Axt zerschlagen. Schließlich wird er enthauptet. Seine Leiche landet auf dem Scheiterhaufen, wo auch seine Tochter und seine Lebensgefährtin in einer Art Sippenhaftung verbrannt werden. Der Henker hat sie – in einem Akt der Gnade – vorher erwürgt.

So kündet es ein Flugblatt aus dem 16. Jahrhundert.

Der Fall des Werwolfes Stubbe wird wie folgt beschrieben :

In den Ortschaften Epprath und Bedburg in der Nähe Kölns wurde dieser Peter Stubbe geboren und aufgezogen. Seit frühester Kindheit hatte er eine Neigung zum Bösen. Er praktizierte Hexenkünste schon ab seinem12. Lebensjahr bis zu seinem Tode.
Durch seine teuflischen Künste wurde er vertraut mit vielen Geistern und Dämonen.
Er kehrte sich von Gott ab und verschrieb dem Teufel seinen Leib und seine Seele. Dafür versprach ihm der Teufel ihm alles zu geben was er sich auf Erden wünschen würde.

Stubbe wünschte sich vom Teufel seine Leidenschaft und Gier ungetrübt ausüben zu können.
Der Teufel, der sofort merkte in Stubbe ein williges Werkzeug für seine Zwecke gefunden zu haben gab ihm einen Gürtel aus Wolfsfell. Sobald Stubbe sich diesen Gürtel umlegte verwandelte er sich augenblicklich in einen mordlüsternen, reißenden Wolf … in einen Werwolf.
In dieser Gestalt zerfleischte er unzählige Frauen , Kinder und Männer und machte auch vor dem Viehzeug der Bauern nicht Halt. Selbst Ungeborene riss er den schwangeren Frauen aus dem Leibe heraus.

Gleichzeitig trieb ihn eine ungeheuer große Fleischeslust. So trieb er mit seiner Tochter Unzucht, die ihm ein Kind gebar. Ebenso lag er bei seiner Schwester, bei seiner Gevatterin und er konnte über alle verfügen so oft er wollte und wünschte.

Im Oktober 1589 machte man ihm den Prozess und richtete man ihn hin.

Zeitgenössischer Holzschnitt :
(Bildquelle: http://www.executedtoday.com/images/Pete…p_execution.jpg )

Der Holzschnitt zeigt die Stationen seines Lebens und die Umstände seiner Hinrichtung.

Ferner wurde dieser Reim und Minnegesang über ihn verfasst:

(1)
Bey bedbur in dem selben land;
hab ich mich jn ein Wolff verwandt
mein leben ein Weil hingebracht
mit Zauberey Gott hab veracht

(2)
Dem bösen Ich mich Vbergeben
Vnd Vil genomen hab dats leben
Dan Ich dreyzehin Kinder klein
als Wolff zerrissen hab allein

(3)
ZWo farwen vnd ein man dartzue
damit ich aber Kein Rhue
Dan Ich mein tochter auch beschlieff
Vnd sunst mit frawen hat geriff

(4)
Biß Ich den maister hanß zutheil
der mich mit Zangen schwert vnd beihl
also du siehst tractiert hat
Vnd mich gesetzt auf ein Rath 1589

Über Werwölfe und andere legendäre Wesen diskutieren wir auch im Forum.
Schau mal rein !!