Dieser Beitrag stammt von Frank

Im römischen Schwarzenacker lebten auf einem Gebiet von ca. 25ha etwa 2.500 Menschen, die von der günstigen Verkehrsanbindung an die römischen Heeres- und Handelsstraßen von Trier nach Straßburg und von Metz nach Worms profitierten. Es entstand ein Wohn-, Handels- und Verwaltungszentrum von hohem Niveau, Landwirtschaftliche und handwerkliche Erzeugnisse wurden für die großen Städte am Rhein produziert und vertrieben.
Die städtbauliche Konzeption trug eindeutig römischen Charakter. Die rechtwinklig aufeinander treffenden Straßenzüge vermitteln einen schachbrettartigen Stadtgrundriss. Die Hauptstraßen waren von großen Abwasserkanälen flankiert. Überdachte Gehsteigte führten zu den Geschäften. Wasser wurde über Leitungen aus Ton und Holz herangeführt und aus sorgfältig angelegten Tiefbrunnen gewonnen. Zahlreiche Backöfen und in den Boden eingelassene „Kühlboxen“ dienten der täglichen Versorgung der Menschen dort. Die oft in Fachwerktechnik errichteten unterschiedlich großen Häuser waren teilweise mit hochwertigen Wand- und Deckenmalereien versehen. Auch nach mehr als 2.000 Jahren weisen die in Buntsandsteinquadern gestalteten Keller eine erstaunliche Bauqualität auf.

Ein anschauliches Beispiel römischer Wohnkultur ist das teilweise rekonstruierte Haus des Augenarztes mit Fußbodenheizung, wo man auch noch ein Hundeskelett fand.

Eine besondere Rolle in Handel und Verwaltung spielte das wiedererstandene Säulenkellerhaus, wo künstlerisch herausragende Statuetten gefunden wurden. Zu ihnen gehörte der Genius Populi Romani, der Schutzgeist des römischen Volkes. Eine lebengroße Nachbildung ist in der Homburger Fußgängerzone zu bewundern. Die eindrucksvollen Funde aus Kunst, Handwerk und Haushalt der Römerzeit sind im 1725 errichteten Edelhaus zu bewundern und machen in sehr anschaulicher Weise mit dem hohen Zivilisationsgrad der damaligen Zeit vertraut.

Edelhaus und Feilichtmuseum verbindet einen früheren Barockgarten nachempfundene prächtige Gartenanlage, in der zwei Reitersandbilder, ein Umgangstempel und das Pentagondokekaeder im Großformat Akzente setzen. Der römische Name Schwarzenacker konnte bisher noch nicht ermittelt werden.

Bei der späteren landwirtschaftlichen Nutzung des Gebiets der untergegangenen Römerstadt kam immer wieder verbrannte Erde zu Tage, was zu dem Namen Schwarzenacker führte. Bereits Möchne des bergseitig gegenüber gelegenen Klosters Wörschweiler berichteten von der zerstörten römischen Ansiedlung.

Vielen Dank Frank für diesen Beitrag