Im Landkreis Uelzen in der Lüneburger Heide befindet sich die Gemeinde Suderburg. Als „Sutherburg“ wird der Ort erstmal im Jahre 1004 urkundlich erwähnt.

Das einzige Überbleibsel aus der Gründungszeit Suderburgs ist der aus unbehauenen Feldsteinen gebaute Turm der Kirche. Die kleinen Fenster und Schießscharten zeugen von seiner einstigen Funktion als Wehrturm einer ehemals als Zufluchtsort dienenden Burganlage.

1369 wird die Kirche zu Suderburg zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

Eine alte Sage erzählt von der Einweihung der Kirche. Nach Beendigung des Kirchenbaus vergaß man die neuen Glocken zu weihen. In der Nacht vor der Einweihung soll man ein unheimliches Raunen und Flüstern im Glockenstuhl vernommen haben:

„Willt se us nich dopen,
Willt wi se ook nich ropen!”

(Wollen sie uns nicht taufen, wollen wir sie auch nicht rufen)

So sollen die ungeweihten Glocken zueinander gesprochen haben. Als nun der Glöckner kam um zum ersten Mal die Glocken zu läuten, flogen die Glocken durch die geöffneten Kirchturmsluken weit hinaus. Weit von der Kirche entfernt fielen sie nieder und gruben sich tief ins Erdreich, wo sie noch heute verborgen liegen. Das Feld, in dem die Glocken nun seit mehr als 1000 Jahren verborgen liegen, wird heute noch „Glockenberg“ oder „Glockenkamp“ genannt.

Eine weitere Sage erzählt vom Ritter Krülken.

Dieser Ritter sorgte mit seinen wilden Raubzügen für Angst und Schrecken unter den Reisenden in der Umgebung.

Einst zog auf der alten Heerstraße ein Kaufmann aus Braunschweig auf seinem Pferd des Weges als der Ritter plötzlich aus dem Hinterhalt hervorbrach, in einem kurzen Kampf den Kaufmann erschlug und dessen gut gefüllten Mantelsack stahl.

Nun hatte der Kaufmann in Braunschweig aber mächtige und vornehme Verwandte, die auf Rache sannen.

Sobald Krülken sich aus den sicheren Mauern der Suderburg heraus wagte, verfolgten sie ihn. Krülken seinerseits wandte alle List an, ihren Nachstellungen zu entgehen. Um seine Verfolger von den Spuren abzulenken, soll er sogar seinem Pferd die Hufe verkehrt herum aufgeschlagen haben.

Schließlich aber gelang es den Braunschweigern den Ritter Krülken zu erwischen. An derselben Stelle, an der er den Kaufmann erschlagen hatte, wurde er gerädert und der Leichnam verscharrt.

Der Ort des Mordes und der nachherigen Hinrichtung heißt aber noch bis auf den heutigen Tag der “Krülkengrund” oder der “rote Grund”.

Weitere interessante Sagen und Geschichten aus Suderburg:

http://www.suderburg-damals.de/html/sagen.html