Im Jahre 1135 wurde der Ort Lutter erstmals urkundlich als Lûtere erwähnt. Benannt nach dem Bach Lutter, der in der Nähe des Ortes entspringt.
Vermutlich ist der Ort aber wesentlich älter. Dafür spricht, dass im Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung König Lothar von Süpplingenburg den Grundstein für das Benediktinerkloster und den Dom legte.
Der spätere Kaiser Lothar gab aber nicht nur den Dom und das Stift in Auftrag, er pflanzte auch eine Linde hinter dem Dom. So sagt es jedenfalls die Legende.
Die so genannte Lotharlinde hat heute einen Stammumfang von 13 Metern.

Zu Ehren dieses Königs wurde der Ort gegen Ende des 14. Jahrhunderts in Königslutter umbenannt.
Lothar von Süpplingenburg starb 2 Jahre nach Baubeginn des Doms am Ende einer Italienreise und wurde im noch unfertigen Dom bestattet.

Noch heute wissen die älteren Bürger von Königslutter viele unglaubliche Geschichten zu erzählen.
Zum Beispiel wie die Glocken des Doms zu ihrem sehr schönen und doch eigenartigem Klang gekommen sind. Nicht selten meint man neben dem Glockengeläut vom Turm ein seltsames Singen und Klingen zu vernehmen.
Die Überlieferung berichtet von einem Mönch der im Stifte lebte und den Vorschlag machte, man müsste ein kleines Kind in die Wände der Kirche einmauern um den Glocken einen wundersamen Klang zu geben. Die meisten Mönche waren gegen so eine unchristliche Tat. Also überredete man eine junge Frau ihr unehelich geborenes Kind gegen viel Geld zu „verkaufen“.
Man mauerte also eine kleine Nische, in der das Kind gerade einmal Platz zum Sitzen hatte gab dem kleinen Mädchen noch ihr Püppchen in die Arme und fing an Stein für Stein Nische zu schließen. Als nur noch das Gesicht des Kindes durch eine Lücke zu erkennen war, fingt das Mädchen an mit leiser Stimme ein Wiegenlied für ihre Puppe zu singen. Nachdem der Maurer den letzten Stein in die Lücke gesetzt hatte, ertönte es vom Turm als wollten die Glocken dieses Lied in die ganze Welt hinaus tragen.
Bald darauf plagte die Mönche das schlechte Gewissen und sie wollten das Kind wieder aus seinem Gefängnis herausholen. Doch sie fanden die Stelle in der Mauer nicht mehr.
Seit diesem Tage aber haben die Glocken der alten Klosterkirche zu Königslutter einen seltsamen Klang. Man meint aus ihnen noch heute das Wiegenlied des unschuldigen Mädchens herauszuhören.

Mehrere alte Leichensteine stehen im Kreuzgang des Domes. Einer davon ist in der Mitte durchgebrochen und zeigt das Abbild eines Abtes.
Dieser Abt soll sehr erzürnt gewesen sein, als im Lande Braunschweig die Reformation eingeführt wurde. Nie, so hatte er geschrien, würde er dulden, dass die neue Lehre in dieses Kloster eingeführt würde! Eher, wolle er in zwei Stücke zerbersten. Die anderen Mönche waren schockiert über diese Aussage und schüttelten erschrocken die Köpfe. Als der Abt starb und man ihm den Leichenstein setzte zerbrach dieser kurz darauf in 2 Teile. Noch heute ist man sich sicher, dass dieses geschah, weil kurz nach dem Dahinscheiden des Abtes die neue Lehre im Kloster eingeführt worden war. Somit bewahrheitete sich Schwur des Abtes.

Von der Stiftskirche soll in früherer Zeit ein unterirdischer Gang hinunter zum Nonnenhaus (das jetzige Rathaus) geführt haben.
Vor über hundert Jahren hat in diesem Haus ein Mädchen gedient das eines Abends etwas aus dem Keller holen sollte.
Als sie nun da unten war, sah sie plötzlich einen großen Kerl mit einer Kapuze über dem Kopf und einem langen schwarzen Mantel auf sich zu kommen. Vor Angst ist sie so schnell sie nur konnte nach oben gerannt und nie wieder in den Keller runter gegangen.
Später, nachdem es sich rum gesprochen hatte, dass da ein Geist unter dem Haus sei, der im Grabe keine Ruhe findet, erinnerten sich die Leute an die alte Sage dass das Stift mit dem Nonnenhaus durch einen unterirdischen Gang verbunden gewesen sein soll. Durch diesen Gang schlichen sich die Mönche um sich heimlich mit den Nonnen zu treffen.

Auf dem Unterlutterschen Friedhof liegt versteckt ein Grab mit einem unscheinbaren eisernen Kreuz und der schlichten Aufschrift Caroline. Noch heute wissen die Alten der Stadt Königslutter folgende Geschichte zu erzählen:
An einem strahlenden Sommertag in der Mitte des 19. Jahrhunderts kamen fahrende Leute mit ihrem Wagen in die Stadt um auf dem Marktplatz ihr Können im Seiltanz vorzuführen. Unter ihnen ein junges Mädchen namens Caroline. Caroline tänzelte am Abend auf dem schwankenden Seil mit einem kleinen Schirm in der Hand auf und ab. und sang dabei ein Lied. Das hatte sie schon so oft getan. An diesem Abend aber wollte das Schicksal, dass sie plötzlich ausglitt und vor den Augen der entsetzten Zuschauer herabstürzte und am Boden zerschmettert liegen blieb. Ein alter Mann sagte später, er hätte den Tod bei den Musikern fideln gesehen.
Die ganze Stadt war bei der Beerdigung des damals noch jungen Friedhofs dabei um Caroline das letzte Geleit zu geben. Und noch Jahre später streuten viele Blumen auf ihr Grab.
Unzählige Gräber und Kreuze sind seitdem auf dem Friedhof dazu gekommen und verschwunden….
Es ist vielleicht Bestimmung, dass gerade dieses eiserne, schwere Kreuz alle Stürme überstand, um noch heute zu erzählen, wer hier seine letzte Ruhe fand.

Noch mehr Sagen und Erzählungen über Geister und andere Phänomene aus Königslutter gibt es hier:

http://www.elmsagen.de/erzaehl.asp