Im Stadtteil Tegel befindet sich die älteste noch bestehende Gaststätte Berlins.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Wirtschaft im Jahre 1410 unter dem Namen „Neuer Krug“ und war zum damaligen Zeitpunkt eine Gaststätte mit Pferdewechsel- Station.

Ihre heutige Bezeichnung „Alter Fritz“ verdankt die Gaststätte dem Kronprinzen Friedrich von Preußen, den man später „den alten Fritz“ nannte. Beim erforderlichen Pferdewechsel auf seinen Fahrten nach Rheinsberg trank der Kronprinz regelmäßig dort sein Bier.

Ein weiterer prominenter Gast kehrte am 20. Mai 1778 im „Neuen Krug“ ein. Der Dichter Johann Wolfgang Goethe erfuhr hier von einer Spukgeschichte die sich einst in der Tegeler Försterei zugetragen haben soll.
Dort lebte damals eine Witwe mit ihrer hübschen Tochter. Die Tochter war unsterblich in einen jungen Mann verliebt. Die Mutter aber war gegen diese Verbindung und deswegen gab es oft Streit zwischen der Mutter und der Tochter.
Immer wenn es wieder Zank in der Försterei gegeben hatte, soll es des Nachts im Schornstein ganz fürchterlich gepoltert haben und ein weißes Gespenst schlich heulend und stöhnend durch Haus und Garten.
Diese Ereignisse sprachen sich schnell herum. Bald schon kamen neugierige Nachbarn ins Haus und wollten alles genau wissen. Schließlich kamen auch Gelehrte die der Sache auf den Grund gehen wollten. Sie hörten zwar das Gejammer und Gepolter, konnten aber auch keine Erklärung für dieses Phänomen finden.
Die Mutter hatte nun gar keine Ruhe mehr. Am Tage war das Haus voller Leute und in der Nacht polterte der Geist.
Schließlich willigte sie der Heirat ein und von da an war es wieder ruhig im Forsthaus. Das sorgte bei den Gelehrten erst recht für Kopfzerbrechen, aufgeklärt wurde dieses Poltergeistphänomen aber nie.

Diese Geschichte veranlasste Goethe seinen “Proktophantasmisten” im „Faust“ sagen zu lassen:

Das Teufelspack, es fragt nach keiner Regel,

Wir sind so klug, und dennoch spukt’s in Tegel.

Aber auch andere noch heute sehr bekannte Personen waren oft im „Neuen Krug“ zu Gast. Die Brüder Wilhelm und Alexander von Humboldt. Sie wuchsen beide auf dem nahe gelegenen Gut Tegel auf, weshalb man das ehemalige Jagdhaus heute auch das „Humboldtschloss“ nennt.
Unweit des Schlosses stand und steht eine heute etwa 900 jährige Stiel- Eiche. Sie ist ca. 26 Meter hoch. Ihr Stamm hat einen Umfang von 6,65 m und einen Durchmesser von über 2 m. Im Volksmund wir dieser Baum die „Dicke Marie“ genannt. Angeblich soll die Eiche diesen Namen von den Brüdern Humboldt erhalten haben, in Anlehnung an ihre Köchin Marie.


Aber auch in der Nähe dieses Baumes soll es früher nicht ganz mit rechten Dingen zugegangen sein. Die Legende sagt, dass viele Menschen, die nachts dort vorbeigingen, plötzlich eine Last auf ihren Rücken spürten. Ganz so als wäre einer aufgesprungen und ließe sich nun tragen. Vor Angst schreiend liefen die Menschen dann davon und sobald sie sich ein Stück von der Eiche entfernt hatten, verschwand der Druck plötzlich wieder. Der „Aufhocker“ war abgesprungen und wieder zu seinem Schlupfwinkel im Baum zurückgekehrt.
Das Humboldtschloss selbst wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts offenbar auch von einem Poltergeist heimgesucht. Anfangs rumorte und polterte es bei Tag und bei Nacht im Haus und ließ seine Bewohner nicht zur Ruhe kommen. Später wurden heiße Steine nach den Leuten geworfen und man hörte auch das Knallen von Peitschen in den Räumen. Auch soll der Poltergeist Nahrungsmittel nicht unangetastet gelassen, und mit dem Feuer ein gefährliches Spiel getrieben haben. Der Poltergeist war manchmal sichtbar und wechselte öfter sein Erscheinungsbild. Mal war er groß, dann wieder klein, mal hell, mal dunkel, mal allein, dann zu zweit oder gar zu dritt… Irgendwann endete der Spuk genauso plötzlich wie er begonnen hatte. Niemand hatte je erfahren woher der Geist kam oder wohin er letzten Endes wieder verschwand.
Und noch ein Gebäude befindet sich in unmittelbarer Nähe der bisher genannten Orte Von dem man Merkwürdiges zu berichten weiß. Die Tegeler Mühle. Sie wurde erstmalig im Jahre 1361 urkundlich erwähnt. Seit dieser Zeit hat die alte Mühle viele Aus,- und Umbauten erlebt und wird heutzutage u. a. als Reha- Klinik benutzt.

Die folgende Geschichte gehört wohl eher in das Reich der Märchen. Trotzdem möchte ich sie Euch nicht vorenthalten. Der einstige Müller von Tegel hatte eine bildhübsche Tochter im heiratsfähigen Alter. Aber alle Müllergesellen, die willig waren die schöne Müllerstochter zu ehelichen, kamen in der ersten Nacht in der Mühle auf rätselhafte Weise ums Leben. Schon bald wagte sich keiner der Burschen mehr in der Mühle vorstellig zu werden. Trotzdem erschien eines Tages ein junger Mann und hielt um die Hand der Tochter an. Die Hinweise und Warnungen über die Schicksale seiner Vorgänger brachten ihn nicht von seinem Vorhaben ab. Bevor der Bursche sich am Abend im Mahlraum zur Ruhe begab, bewaffnete er sich mit einem Beil. Doch anstatt zu schlafen beobachtete er mit dem Beil in der Hand seine Umgebung. Gegen Mitternacht kroch eine graue Katze unter den Säcken hervor und begann den Mühstein zu drehen. Kurz darauf kamen noch zwei weitere Katzen hinzu, und zu dritt drehten sie den Mühlstein in rasender Geschwindigkeit. Der mutige Bursche wollte die Katzen vertreiben. Da fingen die Katzen an zu wachsen und griffen den Müllergesellen an. Dieser erhob sein Beil und hieb auf die Katzen ein. Dabei schlug er der Größten der Katzen eine Vorderpfote ab, woraufhin sie jammernd der Flucht ergriffen.
Als der junge Mann die abgeschlagene Pfote nahm verwandelte sie sich in eine menschliche Hand mit einem roten Ring am Finger.
Am nächsten Morgen berichtete der Bursche seine Erlebnisse der Nacht dem staunenden Müller. Die Kunden, die kamen um ihr Mehl abzuholen, erzählten dass die alte Webern sterbenskrank im Bett läge. Der Müller bot sich an nach ihr zu sehen, vielleicht könne er ihr helfen.
Bei seinem Besuch bei der alten Frau bat er sie, ihre Hände ansehen zu dürfen. Die Alte versteckte diese sogleich unter der Decke. Da zog der Müller die abgeschlagene Hand aus der Tasche und unter Wehklagen gestand die alte Webern eine Hexe zu sein. Gleich nach ihrem Geständnis starb sie.
Der Müllerbursche heiratete die Müllerstochter und seitdem hatte  es nie wieder in der Tegeler Mühle gespukt.