Im frühen Mittelalter errichteten slawische Völker auf dem südlichen Teil einer Insel in der Spree einen Tempel für ihren dreiköpfigen Gott Triglaw. Die Siedlung, die drumherum entstand nannte man Cölln und wurde im Jahre 1237 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Etwas nordöstlich davon, am rechten Spreeufer gelegen, entstand eine Siedlung mit dem Namen Berlin (erstmalig erwähnt 1244).
Der Sage nach war einst der Markgraf Albrecht der Bär mit seinem Gefolge auf der Jagd nach Wasservögeln an der Spree unterwegs, als er seine Mannen aus den Augen verlor und sich in dem damals sumpfigen Gelände verirrte. Als es Nacht wurde hatte er immer noch nicht den rechten Weg wieder gefunden. Da sah er in der Ferne ein Licht flackern und ritt darauf zu. Schließlich erreichte er einen im Spreewasser befindlichen Pfahlbau, der nur über einen schmalen Steg zu erreichen war. Es handelte sich um die Burg des Wendenfürsten Istralowe (Rudolf von Stralow). Albrecht führte eigentlich Krieg gegen die Slawen und somit gehörte dieser Fürst zu seinen Feinden.
Dennoch pochte er an das Tor und wurde von einem Knecht eingelassen. Er wurde in einen von Kienspänen erhellten Raum geführt, in dem der Herr der Siedlung auf einem Bärenfell saß und Albrecht, in Unkenntnis darüber wer da vor ihm stand, nach wendischer Sitte begrüßte.
Albrecht erzählte, dass er von seinen Jagdgenossen getrennt wurde und bat um ein Nachtlager.
Obwohl Istralowe einen Christen vor sich hatte, hieß er ihn Willkommen. Das slawische Gastrecht war heilig. Der Sitte nach hatten während des Mahls die Waffen zu schweigen um nicht den Zorn der Götter herauf zu beschwören. So gab er dem nächtlichen Besucher etwas zu Essen und wies ihm ein Nachtlager zu.
Doch Albrecht fand keine Ruhe in dieser Nacht. Im Hause seines Gastgebers herrschte ein ständiges Kommen und Gehen bis endlich ein Knecht meldete: „Es ist alles bereit!“
Der Wendenfürst erhob sich und machte sich bereit das Haus zu verlassen. Da erhob sich auch Albrecht der Bär um ihn zu begleiten. Istralowe war zunächst dagegen, wurde aber von Albrecht auf sein Gastrecht hingewiesen und willigte schließlich ein. Bevor sie einen bereit stehenden Kahn bestiegen, wurde Albrecht in einen Wendenpelz gehüllt. Unterwegs gesellten sich noch weitere Kähne hinzu.
Als sie wieder an Land gingen, stiegen sie eine sandige Anhöhe empor zum Triglaw- Tempel aus dem bereits dumpfes Gemurmel drang. Aus dem hinteren Teil des Tempels, der mit einem Vorhang abgetrennt war, erklang ein schauriges Stöhnen.
Die Priester begannen mit der Anrufung des dreiköpfigen Gottes Triglaw und als die Zeremonie ihren Höhepunkt erreichte wurde der Vorhang aufgerissen und zum Vorschein kam ein aus Weiden geflochtenes Abbild Triglaws, in dessen Inneren Christen als Opfergabe gefangen waren.
Albrecht wollte gerade sein Schwert ziehen um seine Glaubensbrüder zu befreien, da wurde er schnell von Istralowe nach draußen gezerrt. Sein Gastfreund bewahrte ihn damit vor dem sicheren Tod.
Die Kahnfahrt zurück zur Wendenburg verlief zunächst schweigsam, dann soll Albrecht die Worte gesprochen haben:
“Ein Bärlyn (Bärlein) will ich in den Sumpf da setzen; das soll die Wenden zusammentatzen, dass kein Christ mehr zu brennen braucht!”
Erstaunt sah der Wende ihn an: “Du sprichst stolze Worte voll Herrengeist! Wer bist du?” “Kennst du mich nicht? Ich bin Albrecht, den sie den Bären nennen – mein Bärlyn soll im Wendenlande herrschen und seine Tatzen weit auf Sumpf und Sand pranken!”
Und so entstand neben dem wendischen Cölln das deutsche Bärlyn und dort wo der Tempel des dreiköpfigen Triglaw auf einem Sandhügel aufragte wurde die Petrikirche erbaut.

Soweit die Sage….
Die Wahrheit ist wesentlich nüchterner. Um das Jahr 1180 herum siedelten sich Kaufleute und Handwerker auf beiden Seiten der Spreeinsel an, weil sich dort die Handelswege von Nord nach Süd, und West nach Ost kreuzten. Der Name Berlin geht vermutlich auf die slawische Silbe berl (Sumpf) zurück.

Im Jahr 1307 wurden die Schwesternstädte zur Doppelstadt Berlin-Cölln mit einer gemeinsamen Verwaltung vereinigt. Zum 1. Januar 1710 erfolgte die Vereinigung der Städte Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt zur Königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin. Seitdem ist Berlin durch Eingemeindung der Vororte weiter stetig angewachsen.

Etwa seit dem Jahr 1442 befand sich in der Mitte der Spreeinsel zunächst eine Burg, später dann nacheinander mehrere Schlösser der brandenburgischen Kurfürsten, der preußischen Könige und schließlich das Stadtschloss des deutschen Kaisers.

Bis 1918 regierten Mitglieder der Familie Hohenzollern in Berlin.
Glaubt man den Erzählungen, dann zog mit den Hohenzollern auch eine weiße Frau ins Schloss ein. Manchmal erschien sie als Schutzgeist, der ein besonderes Interesse an neugeborenen Familienmitgliedern bekundete, meist aber als Unglücksbotin die den Tod eines Angehörigen der Hohenzollern ankündigte. In einem langen, weißen Gewand und einer weißen Haube mit zurückgeschlagenem, langem Witwenschleier wandelte das Gespenst langsamen Schrittes durch die Gänge des Schlosses. Wer ihr begegnete und sie grüßte, dem nickte sie freundlich zu, gesprochen hatte sie nie.
Aber wer war nun die weiße Frau?
Einige vermuteten hinter der Erscheinung wieder einmal die „schöne Gießerin“ Anna von Sydow, die Geliebte des Kurfürsten Joachim II.
Dagegen spricht allerdings, dass schon ebendieser Kurfürst durch die weiße Frau alle Todesfälle in der Familie erfahren haben soll.
Einer anderen Sage nach, soll es sich bei der weißen Frau um eine Gräfin von Orlamünde handeln. Die verwitwete Gräfin stammte aus Franken, genauer von der Plassenburg über der Stadt Kulmbach. Sie hatte zwei Kinder und war unsterblich verliebt in einen Burggrafen von Nürnberg namens Albrecht den Schönen. Eines Tages, so sagt man, bekam sie eine Rede Albrechts des Schönen überbracht, die da lautete, dass er sie wohl heiraten würde, wenn nicht vier Augen wären.
Er meinte damit seine gestrengen Eltern, aber die Gräfin glaubte er meinte ihre beiden Kinder. Und damit diese ihrem Glück nicht im Wege standen „überredete“ sie mit reichen Gaben einen Dienstmann mit Namen Hayder die Kinder zu töten.
Nach einer anderen Sage, soll die Gräfin von Orlamünde ihre Kinder selbst getötet haben. Aber wie die armen Kinder nun auch zu Tode gekommen waren… nach dieser schändlichen Tat wandte sich Albrecht der Schöne vollends von der Gräfin ab.
Seit ihrem Tod soll nun der ruhelose Geist der Gräfin für ihr Vergehen büßen.
Wahrscheinlich ist aber keine der beiden Damen für die Erscheinung der weißen Frau verantwortlich. Beim Neubau des Schlosses im Jahre 1709 wurde in einer Mauer ein weibliches Skelett gefunden, welches man für das der weißen Frau hielt und in der Hoffnung dem Spuk ein Ende zu bereiten, auf dem Domkirchhof begrub.
Offenbar hatte das aber nichts genützt, da im Jahre 1840, als König Friedrich Wilhelm III. im Sterben lag, wieder die weiße Frau im Schloss gesehen wurde.

Im zweiten Weltkrieg wurde das Stadtschloss stark beschädigt und die Überreste 1950 schließlich gesprengt.
Auf dem Gelände entstand der Palast der Republik. Er beherbergte die Volkskammer der DDR und wurde des Weiteren als volksoffenes Kulturhaus genutzt. Der Berliner Volksmund hatte viele satirische Bezeichnungen für dieses Gebäude. „Ballast der Republik“ oder „Erichs Lampenladen“ waren nur einige davon.
Ob dem damaligen Staats- und Parteichef Erich Honecker in seinem asbestverseuchten „Palazzo prozzo“ jemals die weiße Frau begegnet ist, ist leider nicht bekannt.
Heute gehört auch der Palast der Republik bereits der Vergangenheit an. Ab 2010 soll mit dem Wiederaufbau des Stadtschlosses zu begonnen werden. Das Gebäude in der alten Form des Stadtschlosses und mit drei seiner historischen Fassaden soll den Titel Humboldt-Forum erhalten und neben einer Bibliotheksnutzung für die Humboldt-Universität auch als Ausstellungsort für die Sammlungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz dienen.
Im Moment werden bei Ausgrabungen auf dem Gelände die Fundamente des alten Stadtschlosses freigelegt und untersucht